Wie Florian Horn entstand …

„Wer schreibt, der bleibt“, ist eine der wichtigsten Empfehlungen eines jeden guten Ingenieurs. Hauptberuflich schreibe ich daher sehr viel. In aller Bescheidenheit: – auch sehr gut. Meine Berichte, Gutachten, Stellungnahmen, Projektreports, technische Anleitungen und was sonst noch so anfällt, finden immer Beachtung. Oftmals werde ich gebeten, etwas zu schreiben, obwohl es nicht direkt mein Aufgabengebiet betrifft.
Doch es quälte mich die Frage, ob ich es schaffen könnte, komplexe Zusammenhänge auch spannend und für den Leser fesselnd zu schreiben. Berichte und Stellungnahmen sind ohne Frage auch komplexe Dokumente. Aber sie sind nicht unbedingt mit einem Spannungsbogen versehen.

Zum Schreiben

Im Internet entdeckte ich ungefähr 2014 das Freeware-Schreibprogramm „ywriter“, eine erstaunlich professionelle Autorensoftware.Von Anfang an gewöhnte ich mir an, für jeder Szene einen Konflikt und eine zugehörige Lösung zu definieren. Genau deswegen half mir die Software, dass jede Szene spannungsgeladen war. In jede Szene muss ein zu lösender Konflikt entwickelt werden.

Die Charaktere

Interessanterweise trat genau das ein, was sich ein Schriftsteller nur wünschen kann: Meine Charaktere begannen ein Eigenleben zu führen. Während des Schreibens entwickelten sie sich zu richtigen Persönlichkeiten, die manchmal auch das taten, was ich eigentlich gar nicht wollte. Beispielsweise besuchte mein Kommissar Florian Horn in Singen die Moschee. Ich persönlich wollte das gar nicht, denn ich hatte keine Ahnung, wie es in dieser Moschee aussieht und hatte mich auch noch nicht mit der Kultur der Moscheenbesucher auseinandergesetzt. Trotzdem setzte Florian seine Ermittlungen in dieser Moschee fort und ich als Autor war nun in der Pflicht, mir alle Informationen zu beschaffen, um eine authentische Geschichte schreiben zu können wie etwa das Aussehen, die Besucher, die Gebetszeiten usw. Das war vielleicht spannend. Ohne Florian Horn hätte ich mich nie mit diesem Thema befasst.

Der Hohentwiel, ganz rechts

So entstand langsam aber unweigerlich der Roman „Der Hohentwiel, ganz rechts“. Die Geschichte ist davon geprägt, dass zum Entstehungszeitpunkt der NSU-Skandal und der Prozess um Beate Zschäpe ganz oben in den Schlagzeilen war. Ich persönlich bin auch der Meinung, dass unser Staat – na ja nicht gerade auf dem rechten Auge blind – aber doch zumindest ein etwas unschärferes Auge hat. Das ist genug Stoff, um eine spannende Geschichte in den Hegau hinein tragen zu können.

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